VOR-TOUR der Hoffnung -Hoffnung pflanzen

Im Gespräch mit Anja

Liebe Heike, Du unterstützt seit vielen Jahren die VOR-TOUR der Hoffnung. Allerdings habe ich Dich noch nicht auf einem Rennrad gesehen. Deine Unterstützung sieht also anders aus?
Heike
Ja liebe Anja, das Radfahren macht mir zwar in der Freizeit Spaß, z.B mit meinen Hunden eine schöne gemütliche Runde durch den Wald morgens, aber Rennrad- nein das ist mir zu viel. Dafür habe ich die große Freude die Moderation vor dem Ankommen der VOR-TOUR Radler an den Stopps, den Aktiven vor Ort und Besuchern unser Anliegen zu erläutern und dann wenn das Fahrerfeld eintrifft, eine tolle Begrüßung anzumoderieren. Das macht mir richtig Spaß und ich denke durch die Vormoderation kann ich schon etwas von der wundervollen Stimmung, welche uns durch die Tour trägt, vermitteln.
Anja
Wir waren gemeinsam auf einer Delegationsreise in Tansania. Hier haben wir im September 2019 eine VOR-TOUR-der-Hoffnung-Schule eröffnet. Und hier entstand auch – abends in der Lodge am Rande des Tarangire Nationalparks inmitten von Elefanten - die Idee, einer Aktion im November in Gödenroth, von wo aus vor zehn Jahren die VOR-TOUR den Hunsrück „eroberte“: „Hoffnung pflanzen“. Was hat es hiermit auf sich…..?
Heike
Die Idee- Hoffnung pflanzen- beruht auf den Wunsch eine gute Welt unseren Kindern und Enkeln zu übergeben. Im Rahmen der Klimawandel und Biodiversitätsstrategien ist es wichtig das wir der Natur wieder ein Zuhause geben. Der Verlust der Biodiversität beinhaltet ja auch das all das Schöne, wie Schmetterlinge; Vögel und die ganze Vielfalt der wunderbaren Natur, in der wir leben, verloren geht. Da wir von der VOR-TOUR der Hoffnung durch unser ganzjähriges Engagement zusammen mit den Vereinen und Institutionen kranken und benachteiligten Kindern Hoffnung schenken und so etwas für eine gesunde Gesellschaft tun, können wir auch unsere Kräfte zusammenschließen und etwas für eine gesunde lebenswerte Umwelt tun.
So haben wir das Projekt –Hoffnung pflanzen-in Gödenroth gestartet. Einer Gemeinde die sich durch eine wundervolle engagierte Gemeinschaft auszeichnet und eng zusammen steht.
Die Idee hier zu starten zusammen mit dem 10 Jahre VOR- TOUR der Hoffnung Jubiläum, stammt ja von Dir liebe Anja. Und ich war begeistert was Gödenroth auf die Beine gestellt hat. Ein Fest für Jung und Alt rund um das Thema Klimaschutz.
Wir durften an dem Tag 150 Kindern einen Wildapfel schenken als Symbol für Vielfalt und Klimaschutz.
Alle Kinder waren super stolz auf IHREN Baum und auch die Eltern freuten sich.
Mit den an die Bürger verkauften Stauden und Bäume, der Erlös geht 1/1 zur VORTOUR der Hoffnung haben wir zusammen über 200 neue Bäume gepflanzt und unzählige Blühstauden. Gemeinsam schaffen wir was.
Anja
Auch die Veränderung des Klimas mit all seinen Konsequenzen, welche wir heute noch nicht abschätzen können, verändert das Leben der nachfolgenden Generation.
Heike
Die Klimakatastrophe ist das prägende Thema in unsere Welt.
Ich bin weltweit vernetzt in dem Thema und auch in meinem Beruf als Gärtner, sehe ich das jetzt schon eine starke Veränderung des Klimas stattgefunden hat.
RLP hat einen massiven Schaden durch die Trockenheit in seinen großen Wäldern, Obst und Gemüse hatten 2019/2020 große Schäden durch die Hitze und massiven Sonnenbrand. Das Grundwasser ist gesunken und die Wasserqualität schlechter geworden. Dieser Umstand ist mit weitreichenden Auswirkungen für die Landwirtschaft und den Waldbestand verbunden. Noch sind das für uns nicht existentielle Probleme, aber wir dürfen den globalen Blick nicht abwenden. Überall auf der Welt vom Amazonas bis nach Alaska, rund um die Welt wüten Feuersbrünste. Die Folgen für das globale Klima sind verheerend. Eine der Ursachen ist der diesjährige Extrem-Sommer mit Rekordtemperaturen in vielen Regionen der Welt. Sehr gut kann man das auf der NASA Karte sehen
https://firms.modaps.eosdis.nasa.gov/map/#z:2;c:23.4,-8.8;d:2020-01-01.....
Wie heißt es so schön , global denken –regional handeln.
Wir müssen uns unsere Welt wie eine Käseglocke vorstellen, alles was geschieht bleibt im System.
Wenn wir in unseren Gärten, Gemeinden und Städten Bäume, Sträucher und Stauden pflanzen und zwar richtig viel, hat das einen große Wirkung auf das Käseglockenprinzip
Anja
…..und was hat dies mit der VOR-TOUR-der-Hoffnung zu tun?
Heike
Ich höre oft –ich kann da doch nichts tun- und diese Hoffnungslosigkeit macht Menschen traurig. Ja was hat das mit der VOR-TOUR der Hoffnung zu tun. Ganz viel. Die VOR-TOUR der Hoffnung ist die größte gesellschaftliche Veränderung in RLP.
In den 25 Jahren ihres Bestehen ist es gelungen Menschen in eine lebendige freudvolle Gemeinschaft einzubinden, welche die Verantwortung für die Schwächeren der Gesellschaft übernimmt.
Die VOR-TOUR der Hoffnung schließt keinen aus. Begegnungen auf Augenhöhe von Politik, Wirtschaft, Gesellschaft, Gemeinschaften, Vereinen und Einzelnen.
Alle sind die VORTOUR der Hoffnung und damit freundschaftlich verbunden.
Die Lebendigkeit und Freude die diese Aktion in die Gesellschaft bringt, prägt RLP.
Bündeln wir nun diese Kräfte, so kann die VOR-TOUR der Hoffnung mit all Ihren Aktiven einen gewaltigen Beitrag zur Verbesserung des Klimas und der Biodiversität erreichen.
Viele wunderbare Idee von Pflanzaktionen sind schon entstanden, so haben wir für die VORTOUR der Hoffnung im Lennebergwald bei Mainz ( welcher stark geschädigt ist)
500 Bäume auf einen Weihnachtsmarkt für den Wald verkauft. Ganz nach dem Motto schenk Deinem Wald einen Baum zu Weihnachten und Kindern Hoffnung.
Es gab kleine Gutscheine und die Bäume können auf der Homepage des Lennebergwald eingesehen werden.
Heimat erhalten- Heimat pflanzen- Hoffnung pflanzen-
Anja
Anm. von mir, welche ich hieran im Blogartikel einfügen würde: Im Rahmen dieses Nachmittages in Gödenroth kamen 1.951,43 € für die VOR-TOUR der Hoffnung zusammen! https://gödenroth.de/galleries/aktionstag-vor-tour-der-hoffnung-unter-dem-motto-hoffnung-pflanze-am-09-11-2019/
Anja
Du bewegst und begeisterst Menschen. Du hast u.a. z.B. die „essbare Stadt Andernach“ seinerzeit konzipiert.
Nach unserer gemeinsamen VOR-TOUR-Delegationsreise nach Tansania habe ich glatt direkt Pflanzen für meinen kleinen 8qm großen Balkon besorgt – Hauswurz-Gewächse, schön pflegeleicht.
Was kann jeder einzelne von uns noch tun, um auf unsren Lebensraum positiv einzuwirken? Und wie wichtig ist jede auch nur kleine Maßnahme durch jeden von uns?
Heike
So wäre es der erste wichtige Schritt auf versiegelte Flächen zu verzichten, Schottergärten nicht mehr anzulegen und auch ein wenig toleranter gegen Beikräuter zu sein-wer weiß denn schon wem es nutzt, vielleicht einer kleinen Sandbiene-.
Jede Maßnahme ist wirklich wichtig in unsere Zeit. Durch Pflanzen schaffen wir Lebensräume, verbessern die Aufnahme von CO² im Boden, sorgen für eine gut Wasseraufnahme und Verdunstung, senken nachweislich die Umgebungstemperatur und ganz klar wir erfreuen uns selber mit einem schönen grünen Umfeld.
Für den Garten gibt es wunderschöne Konzepte z.B die Steppenstauden
PFLANZKONZEPTE - Bund deutscher Staudengärtner
welche kaum Wasser brauchen, reichhaltig blühen und nur einmal im Jahr geschnitten werden müssen.
Wer wenig Zeit hat für den Balkon kann ganz einfach mediterrane Kräuter pflanzen, diese sind regelrechte Bienenweiden und noch lecker zum Essen.
Garten und Balkon sollten wieder mehr in den Fokus unseres Lebens treten. Gärtnern ist wunderschön, man hat Bewegung, gestaltet sein Umfeld positiv und hilft der Natur. Also eine rundum sinnstiftende Tätigkeit.
Dasselbe gilt auch für unsere schönen Städte in RLP. Liebe Anja als Touristikerin weißt ja wie wichtig Aufenthaltsqualität für die Besucher ist. Niemand sitzt gerne im Sommer auf Plätzen ohne Schatten von Bäumen oder flaniert durch heiße Innenstädte. Zudem filtern Pflanzen den Feinstaub und Immissionen, Bäume schaffen richtig was für uns, damit es uns und unseren Gästen gut geht.
Anja
Und mit Hoffnung starten wir in 2020 in das 25. Jahr der VOR-TOUR – weiter unterwegs für krebskranke und hilfsbedürftige Kinder. Auf was freust Du Dich besonders in diesem Jubiläumsjahr mit uns?
Heike
Ich freue mich ganz besonders, wie jedes Jahr, auf die Begegnungen mit den Aktiven der VORTOUR.
So viele schöne Gespräche, so viele schöne Geschichten, so viele neue Freundschaften wie geballt in diesen 3 Tagen, erlebe ich sonst nie so intensiv. Die VORTOUR der Hoffnung wird 25 Jahre, es begann klein und ist wunderbar gewachsen. So erhoffe ich es mir von der Idee –Hoffnung pflanzen- als Samen gelegt, wird es wie die VORTOUR der Hoffnung zu einem starken Baum in der Gesellschaft.

So schön, dass Du dabei bist!
Und ganz vielen lieben Dank für dieses Interview!

Impressionen