Kamelie

Eine der schönsten und beeindruckendesten Kamelien ist die in Pillnitz stehende Pflanze, sie ist über 220 Jahre alte und mittlerweile fast 9 Meter hoch und sie misst 11 Meter im Durchmesser. Sommers frei stehend und im Winterhalbjahr durch ein mobiles Glashaus geschützt erwartet sie die Besucher. Zwischen Mitte Februar bis April schmückt sie sich mit etwa 35000 Blüten.
Fakt ist, dass die Kamelie im Jahre 1801 an dem Ort im Pillnitzer Park ausgepflanzt wurde, an dem sie noch heute zu bewundern ist. Natürlich musste sie bereits damals vor den Frösten im Winterhalbjahr geschützt werden. Dies geschah zunächst mit Stroh und Bastmatten, später baute man in der kalten Jahreszeit Holzkonstruktionen oder ganze beheizbare Holzhäuser um die Pflanze. 1992 bekam die Kamelie ein neues, nun gläsernes Haus mit Klimacomputer. Dieses muss nun nicht mehr wie früher demontiert werden sondern wird über Schienen zur Seite gefahren.
Heute ist ein besonderes Anliegen der Züchter die Frosthärte;. Zwei Sorten sind bereits auf dem Markt, die bis zu minus 20 Grad Celsius ohne größere Schäden aushalten, die tiefrosa 'Frost Prince' und die lavendelrosa 'Frost Princess'. Beide Sorten blühen schon im Spätherbst, so dass die Blüte gesichert ist. Auch hat sich die Sorte Ballet Queen im Freien gut bewährt Aber die meisten bei uns erhältlichen als frostfest verkauften Kamelien sollte man nur in Gegenden mit Weinbauklima im Winter draußen lassen, dann aber dick mit Laub einpacken.
In raueren Klimaten kultiviert man die Kamelie am besten als Kübelpflanze, aber auch hier haben wir eine kritische Phase, wie jeder Kamelienliebhaber weiß, ob als Zimmerpflanze oder als Kübelpflanze.Auf plötzlich auftretende Veränderungen der Umweltbedingungen reagiert die Kamelie mit sofortigem Abwerfen aller Knospen, im schlimmsten Fall geht die Pflanze ein. Die beiden kritischen Phasen für die Kamelie sind im Frühjahr der Wechsel nach draußen und im Herbst das Einräumen in den Wintergarten.
Wo Wintergärten im Sommer nicht zu warm sind und die Gefahr des Überhitzens ausgeschlossen werden kann, lässt man die Kamelien am besten im Gewächshaus.
Hier überwintert man am besten bei einer Temperatur von 3 bis 5 C nicht über 12 C. Erst ab der Blütenanlage im März verträgt sie mit mehr Licht auch höherer Temperaturen. Wechselt man im Frühjahr den Standort von drinnen nach draußen, ist unbedingt darauf zu achten, dass die Pflanzen zunächst schattig stehen, die Gefahr von Sonnenbrand ist sonst zu groß.
Auch der gefürchtete Knospenfall kann verschieden Ursachen haben, eine ist die zu warme Überwinterung, das die Erde einmal ausgetrocknet ist, anderseits kann auch stauende Nässe die Ursache sein. Aber meistens liegt es am zu hohen Kalkgehalt in der Erde oder zu hoher Salzgehalt durch falschen Dünger. Das bedeutet hartes Wasser muss enthärtend werden und Düngefehler kann man vermeiden indem man mit Hydrokulturdünger düngt
Ein weiteres Zeichen für Behandlungsfehler: Wenn die Blätter vom Rand her braun werden oder abfallen - die Pflanze wurde dann überdüngt. Gelbe, chlorotische Blätter weisen auf Staunässe oder zuviel Kalk im Boden hin. Dem kann man mit Eisendünger und mit Stickstoffdünger in Form von Schwefelsaurem Ammoniak entgegenwirken

Impressionen