Die wunderbare Welt des Teich

Bewahren wir doch Wasser in seiner schönsten Form im Garten, dem Teich. Laue Sommernächte, der Gesang der Nachtigall, das Zirpen der Grillen begleitet das Konzert der Frösche. Schön ist es, sich dieser ganz besonderen Stimmung hinzugeben. Es lässt mein Herz danke sagen an diesem Juliabend. Auf der glatten Oberfläche eines Teichs spiegelt sich der Garten und eine neue Dimension in der Wahrnehmung entsteht. Fließendes Wasser ist wie Musik: Der gleichmäßige Klang wirkt meditativ-beruhigend auf unser Gemüt. Er lädt ein, in sich zu gehen, und die Gedanken neu zu ordnen. Und es bringt Bewegung in den Garten und erzeugt ein positives Mikroklima, in dem viele Pflanzen hervorragend gedeihen. Gerne versorge ich das Wasser in meinem Teich mit allem, was es braucht. So wird es nicht algenschwer, sondern bleibt glasklar für die Spiegelung des Mondes. Zunächst braucht der Teich ausreichend Sauerstoff. Gerade im hitzeschwirrenden erhofften Juli Wetter, wenn das Wasser tropische Temperaturen erreichen kann, ist der Sauerstoffgehalt des Wassers enorm wichtig. An den freundlichen Teichbewohnern können Sie erkennen, wenn die Luft dünn wird im begrenzten Wasserraum. Dann verhalten sich die Fische wundersam, sie scheinen zu rufen, wenn sie an die Wasseroberfläche steigen und intensive Mundbewegungen machen. Besonders am frühen Morgen rufen sie um Hilfe, denn durch den nächtlichen Sauerstoffverbrauch der Wasserpflanzen sinkt der Sauerstoffgehalt noch mehr. Schnell helfe ich ihnen in ihrer Not und verbinde die Elemente Wasser und Luft durch Springbrunnen, Wasserspiele oder einen Bachlauf mit Stufen. Auf diese Weise schicke ich ihnen Sauerstoff in ihre Unterwasserwelt. Staunen über die Schaffenskraft der Natur lassen mich stets die Teichmuscheln. Jede einzelne von ihnen filtert jeden Tag die Schwebstoffe aus bis zu 400 Litern Wasser heraus! Ihnen bereite ich ein 2–3 cm tiefes Sandbeet am stillen Grund. Drei bis vier Muscheln reichen für einen normal großen Gartenteich.
Ein wenig abseits, denn sie lässt sich nicht gern vom Springbrunnen kitzeln, sorgt die Seerose durch ihren großen Appetit auf Nährstoffe für spiegelklares Wasser. Seerosen sind sehr beliebt, vielleicht weil sie auf die Nymphen in der griechischen Mythologie zurückgehen. Diese Nymphen waren hübsche, dem Menschen freundlich gesinnte Naturgeister, die in Quellen, Seen und Bächen lebten. Dummerweise verliebte sich eine Nymphe in Herakles, den berühmten altgriechischen Sagenhelden, der ihre Liebe jedoch nicht erwiderte. Schließlich starb sie an gebrochenem Herzen. Die Götter hatten Mitleid mit der Nymphe und ließen sie in Gestalt einer wunderschönen Blume, der Seerose, wieder auferstehen. Vielleicht können wir ja ihre wahre Seele in lauen Sommerabenden erahnen. .
Auch andere Wasserbewohner sorgen dafür, dass der Stickstoffgehalt im Wasser nicht zu hoch wird und sich Ihr klarer Gartenspiegel nicht in eine grüne Hölle verwandelt. Wasserhyazinthen (Eichhornia) und Schwimmfarn (Salvinia) gehören dazu, sie schwimmen auch in meinem Teich. An den Teichrand, dort, wo es schön feucht ist, setze ich Sumpf-Dotterblume (Caltha palustris), Blut-Weiderich (Lythrum salicaria), Japanische Sumpf-Schwertlilien (Iris ensata und Seggen (Carex).
Sie sind die schönsten Landeplätze für die juwelenäugigen geheimen Libellenwesen, zart und scheu, mit Flügeln, die hauchgleich wie Regenbogen schimmern.

Impressionen